Welche Etikettenarten gibt es? Der große Überblick

Haftetiketten, Rollenetiketten, Folienetiketten oder Thermoetiketten: Lernen Sie die wichtigsten Etikettenarten, Eigenschaften und Einsatzbereiche kennen.

Welche Etikettenarten gibt es? Der große Überblick

Etiketten lassen sich nach Material, Form, Klebstoff, Druckverfahren und Verwendungszweck unterscheiden. Zu den wichtigsten Etikettenarten gehören Haftetiketten, Rollenetiketten, Blankoetiketten, Thermoetiketten, Folienetiketten, Mehrlagenetiketten, Booklet-Etiketten, Sicherheitsetiketten und Industrieetiketten. Welche Variante geeignet ist, hängt vom Produkt, Untergrund, Drucksystem und späteren Einsatzbereich ab.

Sie suchen Etiketten, die genau zu Ihrem Produkt und Kennzeichnungsprozess passen? Entdecken Sie die Möglichkeiten im Bereich Etikettendruck und Druckvorstufe.

Was ist ein Etikett?

Ein Etikett ist ein Informationsträger, der Produkte, Verpackungen, Bauteile, Behälter oder Versandstücke kennzeichnet. Es kann beispielsweise Produktnamen, Inhaltsstoffe, Warnhinweise, Barcodes, Chargennummern, Preise oder Markeninformationen enthalten.

Moderne Etiketten erfüllen häufig mehrere Aufgaben gleichzeitig:

  • Produkte eindeutig identifizieren
  • gesetzlich vorgeschriebene Informationen darstellen
  • Marken und Produkte präsentieren
  • Warenströme steuern
  • Rückverfolgbarkeit ermöglichen
  • Verbraucher informieren
  • vor Manipulation schützen
  • Produktionsprozesse automatisieren

Aus diesem Grund gibt es nicht die eine universelle Etikettenart. Material, Klebstoff, Druck und Verarbeitung müssen immer auf die konkrete Anwendung abgestimmt werden.

Etikettenarten im schnellen Überblick

EtikettenartTypische EigenschaftHäufige Anwendung
HaftetikettenSelbstklebend und vielseitigProdukte, Verpackungen und Versand
RollenetikettenAuf einem Trägermaterial aufgewickeltMaschinelle Verarbeitung und große Mengen
BlankoetikettenUnbedruckt oder teilweise vorgedrucktNachträglicher Druck variabler Daten
PapieretikettenWirtschaftlich und gut bedruckbarHandel, Lebensmittel und Logistik
FolienetikettenFeuchtigkeits- und widerstandsfähigIndustrie, Kosmetik und Außenbereiche
ThermodirektetikettenDruck ohne zusätzliches FarbbandVersand, Lager und kurzlebige Kennzeichnungen
ThermotransferetikettenBeständiger Druck mit FarbbandIndustrie, Logistik und Produktkennzeichnung
MehrlagenetikettenMehrere aufklappbare InformationslagenChemie, Pharma und mehrsprachige Produkte
Booklet-EtikettenIntegrierte kleine BroschüreUmfangreiche Produktinformationen
SicherheitsetikettenZeigen Öffnung oder ManipulationElektronik, Pharma und hochwertige Produkte
TiefkühletikettenHaftung bei niedrigen TemperaturenKühl- und Tiefkühlprodukte
IndustrieetikettenBesonders widerstandsfähigMaschinen, Bauteile und technische Anlagen
Barcode-EtikettenMaschinenlesbare KennzeichnungLager, Versand und Rückverfolgbarkeit
TypenschilderDauerhafte technische InformationMaschinen, Geräte und Anlagen

Haftetiketten und selbstklebende Etiketten

Haftetiketten sind mit einer Klebstoffschicht versehen und werden auf einem silikonisierten Trägermaterial geliefert. Nach dem Ablösen können sie direkt auf dem vorgesehenen Untergrund angebracht werden. Sie gehören zu den am häufigsten eingesetzten Etikettenarten.

Ein selbstklebendes Etikett besteht üblicherweise aus:

  • Obermaterial
  • Druck und möglicher Veredelung
  • Klebstoff
  • Trägermaterial

Haftetiketten sind in zahlreichen Formen, Größen, Materialien und Klebstoffvarianten erhältlich. Sie eignen sich unter anderem für Produktverpackungen, Kartons, Flaschen, Behälter, Bauteile und Versandstücke.

Beim Klebstoff wird grundsätzlich zwischen permanent haftenden, ablösbaren und wiederablösbaren Varianten unterschieden.

Rollenetiketten

Rollenetiketten werden auf einem fortlaufenden Trägermaterial aufgewickelt. Sie können manuell verwendet, in einem Etikettendrucker nachträglich bedruckt oder mithilfe einer Etikettieranlage automatisch aufgebracht werden.

Sie eignen sich besonders für:

  • industrielle Produktionslinien
  • automatische Etikettierung
  • Etiketten- und Barcodedrucker
  • hohe Verarbeitungsgeschwindigkeiten
  • wiederkehrende Kennzeichnungsaufgaben
  • größere Stückzahlen

Für eine störungsfreie Verarbeitung müssen mehrere technische Angaben stimmen. Dazu gehören Rollenbreite, Rollendurchmesser, Kerndurchmesser, Wickelrichtung sowie die Position der Etiketten auf dem Trägermaterial.

Bogenetiketten

Bogenetiketten befinden sich auf einzelnen Trägerbögen. Sie lassen sich je nach Ausführung mit Büro-, Laser- oder Inkjet-Druckern bedrucken und eignen sich vor allem für kleinere Mengen oder gelegentliche Anwendungen.

Typische Einsatzbereiche sind:

  • Büro und Verwaltung
  • Adresskennzeichnung
  • Inventarisierung
  • kleine Produktserien
  • organisatorische Kennzeichnungen

Bei größeren Mengen oder automatisierten Prozessen sind Rollenetiketten in der Regel besser geeignet.

Blankoetiketten

Blankoetiketten sind unbedruckte Etiketten, die beim Anwender mit individuellen Daten versehen werden. Alternativ können sie bereits mit festen Markenelementen vorgedruckt sein und später nur noch um variable Angaben ergänzt werden.

Typische Druckinhalte sind:

  • Barcodes
  • Artikelnummern
  • Chargennummern
  • Mindesthaltbarkeitsdaten
  • Versandinformationen
  • Produktbezeichnungen
  • Seriennummern

Blankoetiketten sind besonders sinnvoll, wenn sich Informationen regelmäßig ändern oder erst während Produktion, Kommissionierung oder Versand feststehen.

Papieretiketten

Papieretiketten sind wirtschaftlich, vielseitig und in zahlreichen Oberflächen erhältlich. Je nach Ausführung können sie matt, glänzend, beschichtet oder unbeschichtet sein.

Sie eignen sich für:

  • Produktkennzeichnungen
  • Versand und Logistik
  • Lebensmittelverpackungen
  • Preisetiketten
  • Aktionskennzeichnungen
  • Anwendungen in trockenen Innenbereichen

Papier reagiert empfindlicher auf Feuchtigkeit, Abrieb und starke Umwelteinflüsse als viele Folien. Für anspruchsvolle Anwendungen muss daher geprüft werden, ob ein geschütztes Papiermaterial ausreicht oder eine Folie benötigt wird.

Folienetiketten

Folienetiketten bestehen beispielsweise aus Polypropylen, Polyethylen oder Polyester. Sie sind häufig widerstandsfähiger gegen Feuchtigkeit, Abrieb, Öle und weitere äußere Einflüsse als Papieretiketten.

Typische Anwendungen sind:

  • Kosmetik- und Pflegeprodukte
  • Reinigungsmittel
  • Chemieprodukte
  • industrielle Bauteile
  • Außenanwendungen
  • flexible oder verformbare Verpackungen

Die Eigenschaften unterscheiden sich je nach Folienart. Ein flexibles Material kann für quetschbare Behälter sinnvoll sein, während besonders formstabile oder beständige Folien für technische Kennzeichnungen eingesetzt werden.

Thermodirektetiketten

Thermodirektetiketten besitzen eine wärmeempfindliche Beschichtung. Das Druckbild entsteht durch die Hitze des Druckkopfs. Ein zusätzliches Farbband ist nicht erforderlich.

Das Verfahren eignet sich vor allem für Kennzeichnungen mit begrenzter Nutzungsdauer, beispielsweise:

  • Versandetiketten
  • Logistiketiketten
  • Kassen- und Wiegeetiketten
  • kurzfristige Lagerkennzeichnungen
  • Eintritts- und Transportbelege

Wärme, Licht, bestimmte Chemikalien, Fette oder Weichmacher können das Druckbild beeinflussen. Für dauerhaft lesbare oder stark beanspruchte Kennzeichnungen ist deshalb häufig der Thermotransferdruck besser geeignet.

Thermotransferetiketten

Beim Thermotransferdruck wird Farbe mithilfe eines Thermotransferbandes auf das Etikett übertragen. Durch die passende Kombination aus Etikettenmaterial und Farbband entstehen kontrastreiche und beständige Druckergebnisse.

Thermotransferetiketten eignen sich für:

  • Barcode-Etiketten
  • Produktkennzeichnungen
  • Typenschilder
  • Lager- und Logistiketiketten
  • Bauteilkennzeichnung
  • langfristige Identifikation

Je nach Anforderung kommen Wachs-, Wachs-Harz- oder Harz-Farbbänder zum Einsatz. Papier, Folie und Thermotransferfolie müssen technisch aufeinander abgestimmt sein.

Permanente Etiketten

Permanente Etiketten besitzen einen Klebstoff, der auf dem vorgesehenen Untergrund dauerhaft haften soll. Beim Ablösen kann das Etikett beschädigt werden oder Klebstoffreste hinterlassen.

Sie werden verwendet, wenn eine Kennzeichnung langfristig erhalten bleiben soll, zum Beispiel bei:

  • Produktetiketten
  • Maschinenkennzeichnungen
  • Inventaretiketten
  • Warnhinweisen
  • technischen Bauteilen
  • Versand- und Logistikanwendungen

Die tatsächliche Haftung hängt von Oberfläche, Temperatur, Feuchtigkeit, Verschmutzung und Aufbringungsdruck ab.

Ablösbare und wiederablösbare Etiketten

Ablösbare Etiketten lassen sich für einen vorgesehenen Zeitraum entfernen, ohne die Oberfläche unnötig zu beschädigen oder starke Klebstoffreste zu hinterlassen. Wiederablösbare Varianten können je nach Konstruktion mehrfach positioniert oder geöffnet werden.

Typische Anwendungen sind:

  • Aktionsetiketten
  • temporäre Produktkennzeichnungen
  • Mehrwegbehälter
  • Glas- und Haushaltswaren
  • Informationsaufkleber
  • Logistikbehälter

Auch hier muss der Klebstoff exakt zum Untergrund passen. Ein Etikett, das sich von Glas sauber lösen lässt, kann sich auf Kunststoff anders verhalten.

Tiefkühletiketten

Tiefkühletiketten sind für niedrige Temperaturen und anspruchsvolle Kühlketten ausgelegt. Entscheidend ist nicht nur die spätere Lagertemperatur, sondern auch die Temperatur, bei der das Etikett aufgebracht wird.

Anwendungsbereiche sind:

  • Tiefkühlkost
  • gekühlte Lebensmittel
  • Labore und Proben
  • pharmazeutische Produkte
  • Kühl- und Gefrierlogistik

Feuchtigkeit, Kondenswasser und vereiste Oberflächen stellen zusätzliche Anforderungen an Material und Klebstoff. Deshalb sollten die tatsächlichen Prozessbedingungen vor der Auswahl genau geprüft werden.

Mehrlagenetiketten

Mehrlagenetiketten bestehen aus mehreren übereinanderliegenden, aufklappbaren Etikettenlagen. Sie bieten deutlich mehr Platz als ein gewöhnliches einlagiges Etikett.

Sie eignen sich für:

  • mehrsprachige Produktinformationen
  • Gebrauchsanweisungen
  • Sicherheitshinweise
  • Inhaltsstoffe
  • gesetzlich vorgeschriebene Angaben
  • Aktions- und Gewinnspielinformationen

Mehrlagenetiketten werden häufig in der Chemie-, Lebensmittel-, Kosmetik- und Pharmabranche eingesetzt.

Booklet-Etiketten

Booklet-Etiketten kombinieren ein Basisetikett mit einer kleinen integrierten Broschüre. Sie bieten besonders viel Raum für Informationen, ohne dass die Verpackung deutlich vergrößert werden muss.

Mögliche Inhalte sind:

  • Anwendungshinweise
  • mehrsprachige Informationen
  • Dosierungsangaben
  • Sicherheitsinformationen
  • Produktvarianten
  • rechtliche Pflichtangaben

Booklet-Etiketten eignen sich besonders für kleine Verpackungsflächen und Produkte mit umfangreichem Informationsbedarf.

Sicherheitsetiketten

Sicherheitsetiketten sollen Manipulationen sichtbar machen oder einen unbemerkten Zugriff erschweren. Je nach Ausführung hinterlassen sie beim Ablösen ein Muster, zerstören sich selbst oder verändern dauerhaft ihr Erscheinungsbild.

Typische Anwendungen sind:

  • Medikamente
  • Elektronikprodukte
  • Garantiesiegel
  • hochwertige Waren
  • technische Geräte
  • geschützte Verpackungen

Die konkrete Konstruktion muss zum Produkt, Material und gewünschten Sicherheitsniveau passen.

Barcode- und Logistiketiketten

Barcode-Etiketten enthalten maschinenlesbare Codes, mit denen Produkte, Lagerplätze, Behälter oder Sendungen eindeutig identifiziert werden können.

Verwendet werden beispielsweise:

  • EAN-Codes
  • Code 128
  • GS1-128
  • DataMatrix-Codes
  • QR-Codes
  • individuelle Seriennummern

Die zuverlässige Lesbarkeit hängt von Druckqualität, Kontrast, Größe, Oberfläche, Platzierung und eingesetzter Scannertechnik ab. Barcode-Etiketten sind ein wichtiger Bestandteil automatisierter Lager-, Produktions- und Versandprozesse.

Industrieetiketten

Industrieetiketten sind für anspruchsvolle Umgebungen und langfristige Kennzeichnungen konzipiert. Abhängig von der Anwendung müssen sie unterschiedlichen Belastungen widerstehen.

Dazu gehören:

  • Feuchtigkeit und Nässe
  • Öle und Fette
  • Reinigungsmittel
  • Chemikalien
  • UV-Strahlung
  • Abrieb
  • hohe oder niedrige Temperaturen
  • mechanische Beanspruchung

Typische Anwendungen sind Maschinen, Werkzeuge, Bauteile, Behälter, Kabel und technische Anlagen. Obermaterial, Klebstoff und Druck müssen gemeinsam auf die Belastung abgestimmt werden.

Typenschilder und technische Etiketten

Typenschilder enthalten wichtige technische Angaben zu Maschinen, Geräten oder Anlagen. Dazu können Modellbezeichnung, Seriennummer, Leistungsdaten, Warnhinweise und Herstellerinformationen gehören.

Sie müssen häufig über einen langen Zeitraum lesbar bleiben. Entsprechend wichtig sind beständige Materialien, geeignete Druckverfahren und ein zuverlässiger Klebstoff.

Je nach Anwendung werden robuste Folienetiketten, Spezialmaterialien oder andere technische Kennzeichnungslösungen verwendet.

Lebensmitteletiketten

Lebensmitteletiketten informieren über Produkt, Zutaten, Allergene, Nährwerte, Haltbarkeit und Hersteller. Gleichzeitig tragen sie wesentlich zur Marken- und Produktpräsentation bei.

Bei der Auswahl müssen unter anderem berücksichtigt werden:

  • Verpackungsmaterial
  • Kontakt mit Feuchtigkeit oder Fett
  • Kühl- und Tiefkühlbedingungen
  • gekrümmte oder flexible Verpackungen
  • gesetzliche Informationspflichten
  • maschinelle Verarbeitung
  • gewünschte Recyclingfähigkeit

Für Flaschen, Gläser, Folienverpackungen, Kartons oder Mehrwegbehälter können jeweils unterschiedliche Etikettenkonstruktionen erforderlich sein.

Chemie- und Gefahrstoffetiketten

Etiketten für Chemikalien und Gefahrstoffe müssen auch unter anspruchsvollen Bedingungen zuverlässig haften und lesbar bleiben. Abhängig vom Produkt können gesetzlich vorgeschriebene Gefahrenhinweise, Piktogramme und weitere Kennzeichnungen erforderlich sein.

Wichtige Anforderungen sind häufig:

  • Beständigkeit gegen Chemikalien
  • gute Lesbarkeit
  • dauerhafte Haftung
  • ausreichender Platz für Informationen
  • Widerstand gegen Feuchtigkeit und Abrieb
  • variable Chargen- und Produktdaten

Bei umfangreichen Informationen können Mehrlagen- oder Booklet-Etiketten eine geeignete Lösung darstellen.

Etiketten für Kosmetik und hochwertige Konsumgüter

Bei Kosmetikprodukten übernimmt das Etikett neben der Information auch eine zentrale gestalterische Funktion. Material, Farbe, Haptik und Veredelung beeinflussen die wahrgenommene Produktqualität.

Mögliche Ausführungen sind:

  • transparente Folienetiketten
  • hochglänzende oder matte Oberflächen
  • Metallic-Effekte
  • Gold- und Silberprägungen
  • Reliefstrukturen
  • digitaler Siebdruck
  • besonders weiche oder strukturierte Materialien

Gleichzeitig müssen die Etiketten häufig Feuchtigkeit, Ölen und regelmäßigem Kontakt standhalten.

Nachhaltige Etiketten

Nachhaltige Etiketten können aus ressourcenschonenden Materialien bestehen oder so konstruiert sein, dass sie den Recyclingprozess einer Verpackung möglichst wenig beeinträchtigen.

Mögliche Ansätze sind:

  • Materialien mit Recyclinganteil
  • reduzierte Materialstärke
  • recyclinggerechte Materialkombinationen
  • abwaschbare Klebstoffe
  • lösbare Etiketten
  • Verzicht auf unnötige Veredelungen
  • bedarfsgerechte Produktionsmengen

Ob ein Etikett nachhaltig ist, lässt sich nicht allein am Obermaterial beurteilen. Verpackung, Klebstoff, Druckfarbe, Trägermaterial, Transport und Entsorgungsweg müssen gemeinsam betrachtet werden.

Bedruckte oder unbedruckte Etiketten?

Ob vollständig bedruckte oder Blankoetiketten sinnvoller sind, hängt vom Prozess ab.

Vollständig bedruckte Etiketten sind geeignet, wenn:

  • Inhalte gleich bleiben
  • ein hochwertiges Markenbild wichtig ist
  • keine späteren variablen Daten benötigt werden
  • die Etiketten direkt verarbeitet werden sollen

Blanko- oder vorgedruckte Etiketten eignen sich, wenn:

  • Chargen und Daten wechseln
  • Barcodes erst später feststehen
  • unterschiedliche Varianten benötigt werden
  • der Druck direkt in Produktion oder Lager erfolgen soll

Beide Varianten können kombiniert werden. Markenelemente werden beispielsweise professionell vorgedruckt, während variable Produktdaten später mit einem Etikettendrucker ergänzt werden.

Welche Etikettenart ist die richtige?

Die Wahl hängt von mehreren Faktoren ab. Vor der Bestellung sollten Unternehmen folgende Fragen beantworten:

  1. Auf welchem Untergrund wird das Etikett angebracht?
  2. Ist die Oberfläche glatt, rau, gekrümmt oder flexibel?
  3. Soll das Etikett dauerhaft haften oder ablösbar sein?
  4. Wird es Feuchtigkeit, Hitze, Kälte oder Chemikalien ausgesetzt?
  5. Wie lange muss die Kennzeichnung lesbar bleiben?
  6. Welche Informationen müssen dargestellt werden?
  7. Werden variable Daten oder Barcodes benötigt?
  8. Wird das Etikett manuell oder automatisch aufgebracht?
  9. Welches Drucksystem wird verwendet?
  10. Wie groß ist die Auflage?
  11. Sind besondere Farben oder Veredelungen gewünscht?
  12. Welche gesetzlichen Vorgaben müssen berücksichtigt werden?

Erst aus diesen Angaben ergibt sich die geeignete Kombination aus Obermaterial, Klebstoff, Druckverfahren, Format und Verarbeitung.

Typische Fehler bei der Auswahl von Etiketten

Eine falsche Etikettenwahl kann zu schlechter Haftung, unlesbaren Barcodes und Störungen in der Produktion führen.

Häufige Fehler sind:

  • Auswahl nur nach dem günstigsten Preis
  • fehlende Prüfung des Untergrunds
  • Verwechslung von Aufbringungs- und Einsatztemperatur
  • ungeeigneter Klebstoff
  • falsches Material für Feuchtigkeit oder Chemikalien
  • nicht abgestimmte Kombination aus Etikett und Farbband
  • falsche Wickelrichtung
  • ungeeigneter Rollenkern
  • zu kleines Format für vorgeschriebene Informationen
  • fehlende Tests unter realen Bedingungen

Bei anspruchsvollen Anwendungen empfiehlt es sich, Etiketten vor der Serienproduktion auf dem Originalprodukt und unter realistischen Bedingungen zu testen.

Fazit: Die Anwendung bestimmt die passende Etikettenart

Zu den wichtigsten Etikettenarten gehören Haft-, Rollen-, Blanko-, Papier-, Folien-, Thermodirekt-, Thermotransfer-, Mehrlagen-, Booklet-, Sicherheits-, Barcode- und Industrieetiketten. Innerhalb dieser Kategorien gibt es zahlreiche Materialien, Klebstoffe und Ausführungen.

Die richtige Lösung ergibt sich aus dem Zusammenspiel von Produkt, Untergrund, Temperatur, Feuchtigkeit, Belastung, Drucksystem, Automatisierung und Informationsbedarf. Deshalb sollte ein Etikett nicht isoliert, sondern als Bestandteil des gesamten Kennzeichnungsprozesses betrachtet werden.

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Häufig gestellte Fragen zu Etikettenarten

Welche Etikettenarten gibt es?

Zu den wichtigsten Arten gehören Haftetiketten, Rollenetiketten, Bogenetiketten, Blankoetiketten, Papieretiketten, Folienetiketten, Thermodirektetiketten, Thermotransferetiketten, Mehrlagenetiketten, Booklet-Etiketten, Sicherheitsetiketten und Industrieetiketten.

Was ist der Unterschied zwischen Haftetiketten und Rollenetiketten?

Haftetikett beschreibt ein selbstklebendes Etikett. Rollenetikett beschreibt die Liefer- und Verarbeitungsform auf einer Rolle. Ein Etikett kann daher gleichzeitig ein Haftetikett und ein Rollenetikett sein.

Was ist der Unterschied zwischen Papier- und Folienetiketten?

Papieretiketten sind häufig wirtschaftlich und gut bedruckbar. Folienetiketten sind je nach Material widerstandsfähiger gegen Feuchtigkeit, Abrieb, Öle oder Chemikalien. Die richtige Wahl hängt von der Anwendung ab.

Welche Etiketten eignen sich für den Außenbereich?

Für den Außenbereich werden häufig beständige Folienetiketten mit geeignetem Klebstoff und widerstandsfähigem Druck verwendet. UV-Strahlung, Feuchtigkeit, Temperaturwechsel und Einsatzdauer müssen berücksichtigt werden.

Welche Etiketten eignen sich für Tiefkühlprodukte?

Tiefkühletiketten verfügen über Materialien und Klebstoffe, die für niedrige Temperaturen ausgelegt sind. Wichtig ist, ob das Etikett vor oder nach dem Einfrieren aufgebracht wird und ob die Oberfläche trocken, feucht oder bereift ist.

Welche Etiketten eignen sich für Barcodes?

Barcodes können auf Papier- und Folienetiketten gedruckt werden. Entscheidend sind ein ausreichender Kontrast, präzise Druckqualität, passende Abmessungen und eine Oberfläche, die sich zuverlässig scannen lässt.

Wann sind Mehrlagenetiketten sinnvoll?

Mehrlagenetiketten sind sinnvoll, wenn auf kleiner Verpackungsfläche viele Informationen, mehrere Sprachen oder umfangreiche Sicherheits- und Anwendungshinweise dargestellt werden müssen.

Können Etiketten individuell angefertigt werden?

Ja. Format, Form, Material, Klebstoff, Farben, Druckverfahren und Veredelung können auf Produkt, Verpackung und Anwendung abgestimmt werden. Auch variable Daten und unterschiedliche Motive sind möglich.